Samuel Schirmbeck, geboren 1941, ging nach dem Studium von Soziologie und Philosophie bei Adorno und Horkheimer nach Paris, arbeitete bei der „Agence France Presse“als Redakteur und berichtete für den „Spiegel“ über die Mai-Revolte. Aus Frankreich ausgewiesen, drehte er von Deutschland aus Filme, wobei ihn politische Umbruchsituationen am meisten interessierten. Zusammen mit Malte Rauch und Christiane Gerhards entstand so der Film „Viva Portugal“, der in Mannheim mit dem Preis der Internationalen Filmkritik ausgezeichnet wurde. Als einer der ersten in Deutschland berichtete Schirmbeck über den Islam in Europa, so beispielsweise Ende der 80er Jahre über die „Banlieues de l‘islam“ von Gilles Kepel, dem renommiertesten Islamwissenschaftler Europas.

 

Als sich eine politische Umbruchsituation Richtung Demokratisierung  in Algerien abzeichnete, baute Samuel Schirmbeck das ARD-Büro Algier auf, von dem aus er zehn Jahre lang aus Algerien, Marokko und Tunesien berichtete, auch während des „schwarzen Jahrzehnts“ des algerischen Bürgerkrieges.

 

In der Nachkriegszeit grossgeworden, war Schirmbeck bis zum Beginn seiner Korrespondententätigkeit in Nordafrika politisch in der Linken zu Hause. Nach seinen Erfahrungen in der islamischen Welt kam es zum Bruch. Seitdem sieht der einstige ARD-Korrespondent grosse Teile der Linken auf dem Weg einer Gegen-Aufklärung, die alle muslimischen Bemühungen um   eine Veränderung des Islams verrate. Nach seiner Rückkehr aus Algier hat Schirmbeck zahlreiche Filme über den Islam und Nordafrika gedreht.